Aus dem amerikanischen Ableger von Squid Game wird nichts. Netflix verfolgt das Projekt, an dem David Fincher jahrelang gearbeitet hat, nicht weiter. Zuerst berichtete darüber der Branchendienst The Playlist, aufgegriffen unter anderem von Collider.
Die Serie lief unter dem Arbeitstitel Heckler und war als englischsprachige Variante des koreanischen Originals gedacht. Angekündigt im klassischen Sinn war sie nie, aber sie galt seit Jahren als gesetzt und wurde in der Branche entsprechend behandelt.
Was geplant war
Fincher sollte Regie führen, das Drehbuch stammte von Dennis Kelly, dem Schöpfer der britischen Serie Utopia. Die beiden hatten schon einmal zusammen an einer Neuauflage genau dieser Serie für HBO gearbeitet, die ebenfalls nie zustande kam.
Kurios ist ein Detail der Planung: Gedreht worden wäre die amerikanische Fassung in Großbritannien. Zuletzt hieß es, die Produktion solle Ende 2025 in Los Angeles anlaufen. Passiert ist weder das eine noch das andere.
Warum es nicht dazu kam
Ein einzelner Grund lässt sich nicht benennen, es kam mehreres zusammen. Bei Netflix gab es in der Zwischenzeit mehrere Wechsel auf Führungsebene, und Entscheidungen von damals wurden von den Nachfolgern nicht zwangsläufig weitergetragen. Fincher selbst ist inzwischen anderweitig gebunden, unter anderem an The Adventures of Cliff Booth.
Der entscheidende Punkt dürfte aber ein anderer sein: Netflix denkt die Marke heute anders. Statt eines großen englischsprachigen Ablegers will der Anbieter Geschichten aus dieser Welt für einzelne Märkte erzählen, also Fassungen, die auf das jeweilige Land zugeschnitten sind. Welche das konkret sein sollen, ist bislang nicht bekannt, wie What is on Netflix anmerkt.
Wo die Marke gerade steht
Das Original endete am 27. Juni 2025 mit der dritten Staffel. Im Finale trat Cate Blanchett als amerikanische Anwerberin auf, die auf einem Parkplatz in Los Angeles zum Spiel bittet. Viele lasen das damals als Ankündigung des amerikanischen Ablegers. Einen Zusammenhang mit Finchers Projekt gab es nach allem, was bekannt ist, aber nicht.
Für Fincher ist es nicht die erste Serie, die im Entwicklungsstadium hängen bleibt, und für seine Fans dürfte der Verlust überschaubar sein: Der Mann, der 1992 mit Alien 3 sein Kinodebüt gab und später Stoffe wie Gone Girl verfilmte, hat selten Mangel an Angeboten. Deutlich unangenehmer ist die Lage für Netflix, denn der zweite bereits laufende Ableger schwächelt. Die Realityshow Squid Game: The Challenge verlor mit ihrer zweiten Staffel rund 80 Prozent der Zuschauer.
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